#16

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 07.04.2018 10:30
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Eine Frau in Berlin von Anonyma, Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
Als die rote Armee in Berlin einmarschiert beginnt A. damit, ein Tagebuch zu führen. Tagebuch ist etwas übertrieben, sie nimmt sich
Zettel und schreibt wild drauf los. Schonungslos berichtet sie von Plünderung und Vergewaltigung. Die Suche nach Essbarem und tägliches
Schlange stehen an der Wasserpumpe sind normal, wenn man das Wort in dieser Zeit überhaupt nutzen kann. Mit etwas russisch kann A. sich
gut verständigen, sie hat nicht umsonst gute Schulen besucht und ist in besseren Zeiten viel gereist. Nach den ersten Vergewaltigungen sucht
sich A. einen Anführer, es ist besser man wird nur von einem Mann vergewaltigt als von vielen und mit einem höheren der Armee ist auch immer
Nahrung und manchmal sogar Schnaps im Haus. Aus dem Keller zieht sie in die 1. Etage und teilt sich die Wohnung mit einer Witwe und einem
Herrn Pauli, der sie jedoch lieber von hinten sieht( besonders zur Zeit als die Russen weg und A. nichts mehr zu essen besorgen kann).
Die Frauen damals werden, wenn sie nicht zugrunde gehen, hart und schwarzhumorig. Als ihr Gerd aus dem Krieg zurückkommt ist nichts mehr
so wie es war. Er kommt mit der harten Art von A. nicht mehr zurrecht. Alles hat sich geändert, wie sollte es auch anders sein. Er war
ja nicht dabei, wie sollte er das auch verstehen. Gewalt, Ekel, Hunger, Angst, Gier nach Leben.
Dieses Buch ist bereits 1959 erschienen, und im Mai 2003 wurde es neu aufgelegt.


Ein Freund ist jemand der kommt, wenn alle anderen gehen.

zuletzt bearbeitet 07.04.2018 11:29 | nach oben springen

#17

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 07.05.2018 10:00
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Jahreszeiten der Gefühle von Constance O Day-Flannery
In diesem Roman geht es um drei Schwestern, die unterschiedlicher gar nicht sein können.
Virginia, genannt Ginnie ist Witwe, Allie verheiratet mit zwei Kindern und Nancy, genannt Nan, ist verheiratet aber getrennt lebend.
Während Ginnie in ihrer Ehe verprügelt und gedemütigt wurde, hat Nan ihren Mann verlassen weil er ihr zu langweilig war.
Allie ist die Schwester die alles richten möchte, immer alles friedlich und ruhig. Das ist allerdings bei ihren zwei Schwestern
beinahe unmöglich. Permanent gehen die zwei sich an den Kragen. Während Ginnie keinen Mann mehr in ihrem Leben haben will, die
schmerzhaften Spuren sind einfach zu groß, holt Nan sich jeden der ihr beruflich weiterbringen kann in ihr Leben. Als Allie den Rat
von Ginnie befolgt und ihren Mann auf Geschäftsreise überrascht, fängt es auch in ihrer Ehe an zu kriseln. Aber wie ihre Schwestern
schweigt sie sich aus. Erst als Nan in eine Klinik eingewiesen wird wegen ihrer Drogensucht, kommen sich die drei durch eine Familientherapie
langsam wieder näher. Das ist aber noch ein langer steiniger Weg. Die Schatten ihrer schmerzlichen Kindheit droht zuerst alles zu
zerstören. Das wäre auch sicher passiert, wenn da nicht Matt wäre, ein ehemaliger Sportler der Ginnie durch Zufall bei der Geburt von
den Welpen der Hündin ihrer Schwester zur Seite steht, und sie von da an nicht mehr los läßt. So sehr sie sich anfangs auch wehrt.
Ein sehr schönes bewegendes Buch.


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#18

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 10.05.2018 13:17
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Im Himmel warten Bäume auf dich, Michael Schophaus
Die Geschichte eines viel zu kurzen Lebens ist der Untertitel dieses Buches. Diesem stimme ich zu.
Jakob ist gerade 2 Jahre als seine Mutter Martina in seinem Mund eine dicke Stelle sieht, keine kleine Entzündung,
etwas was sie sehr erschrickt. Sie fahren mit Jakob zum Kinderarzt, dieser überweist ihn zu einem Zahnarzt.
Der Zahnarzt sieht das es keine Entzündung ist und bereitet alles für eine schnelle OP vor. Damit beginnt Jakobs
Weg durch die Hölle. Der Befund ist ein bösartiger Tumor. Ein Ableger von etwas viel größerem. Bei dem kleinen Jungen
wird ein Neuroblastom im Endstadium festgestellt. Die Ärzte und die Eltern einigen sich es mit Chemotherapie zu
versuchen. Eiweißtherapie, Stammzellentherapie - alles wird probiert bis Eltern und Ärzte einsehen, das der Tumor
nicht zu besiegen ist. Der Kampf ist verloren und Jakob stirbt nach 2 Jahren Krebshölle.
mehr auf www.ullemulle.de


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#19

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 31.05.2018 11:50
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Das Weibernest von Hera Lind
Franka nimmt reißaus vor ihrem Freund weil er sie heiraten möchte. Sie und ihre 3 Kinder fahren in die Schweiz in den Urlaub.
Dort trifft sie sich mit Dr. Karl, dem Produzenten einer Talkshow. Franka ist Autorin und nach einem Bestseller soll sie diese
moderieren. Am ersten Abend ist sie mit ihm verabredet und es geht so ziemlich alles schief, was schief gehen kann. Dr. Karl
reist ab und die dreifache Mutter denkt das die Talkshow gelaufen ist. Sie lernt im Hotel Herrn Brüderli kennen und verliebt sich.
Dieser jedoch bricht aus für sie unverständlichen Gründen den doch so gut angelaufenen Kontakt ab. Sie flüchtet, wie so oft und
trifft in einem anderen Hotel auf Marie. Eine dicke Freundschaft entsteht. Die Pläne der Frauen passen zusammen, zumindest anfangs
und Marie zieht mit Franka zusammen. Im Haus wohnen noch 2 Damen, so gründen sie das Weibernest. Marie wird geschieden und schwanger,
Franka mußte nicht geschieden werden und wird trotzdem schwanger. Und das auch noch von Dr. Karl, der sich am Ende als Ex Mann von
Marie herausstellt. Die Talkshow wird ein großer Erfolg aber hochschwanger hört Franka damit auf und auch Brüderli trifft sie wieder.
Kein Toproman, aber eine schöne Urlaubslektüre ist es allemal.


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#20

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 07.08.2018 09:00
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Das Herz hat viele Zimmer von Franziska Stalmann
Alla ist Ende 40 und Mutter zweier Kinder. Sie hat ein Haus, einen Job und ist glücklich. Denkt sie.
Es gibt diese Tage die alles verändern und genau das passiert Alla. Sie verliebt sich Hals über Kopf in einen Schreiner.
Hals über Kopf ist vielleicht etwas untertrieben, die beiden fallen übereinander her als gäbe es keinen Morgen.
Ein hin und her beginnt, denn eigentlich möchte sie ihre Familie behalten, niemanden im Stich lassen. Schließlich liebt
sie ihr Leben mit ihrem Mann und den Zwillingen. Aber sie kann nicht von Matthias lassen. Dieser ist 10 Jahre jünger und
sie überkommen Zweifel ob das alles so richtig ist. Sie trennt sich erst von Matthias, später dann von ihrem Mann. Sie kann
und will ohne Matthias nicht mehr leben. Gerd, ihr Ehemann ist gekränkt und sperrt ihr das Konto, untersagt den Kindern Kontakt
zu ihr aufzunehmen, er hält die Jungs von ihr fern. Das verletzt Alla natürlich, ebenfalls das abweisende Verhalten von Matthias
Tochter Melli. Erst als diese mit 17 schwanger wird, ändert sich die Lage. Alla hält zu Melli, was ihr wiederrum Ärger mit dem
Vater einbringt. Zu allem Übel muß Allas Mutter ins Krankenhaus, die schon an Demenz leidet und nach dem Krankenhausaufenthalt
nicht mehr ins Heim zurückdarf, weil man dort keine Pflege mehr garantieren kann. Also holt Alla die Mutter zu sich in ihre
Wohnung. Die Söhne reißen auch von zu Hause aus, da Vaters neue Flamme alles verändert. Als die Mutter stirbt bricht eine kleine
Welt für Alla zusammen, aber auch dieses Tief übersteht sie dank ihrer Familie, ihrem Freund und ihren Freundinnen.
Ein hin und her ist es mit der Liebe in diesem Roman, aber die Hauptfigur kämpft darum, gegen alle die sich in den Weg stellen.
Ein schönes Buch mit viel Hintergrund und einer Figur die immer ein wenig traurig erscheint, so habe ich es auf jeden Fall empfunden.
Alle entfernen sich von ihr, die Söhne, die Freundinnen, dann auch noch Matthias, der mit seinen Launen einen schon ziemlich nerven konnte.
Das Herz hat viele Kammern soll hier heißen, das man viele Menschen lieben kann. Das soll Allas Vater zu ihr gesagt haben und sie merkt
das genau das eintreffen kann. Denn auch wenn sie sich trennt sind da immer noch viele Gefühle für ihren Mann.
Eine Liebesgeschichte die man nicht unbedingt verstehen muß, aber die nun mal passiert. Sehr gefühlvoll geschrieben und die Launen waren
immer spürbar im Raum für mich. Ich konnte mich gut in das Buch einleben.


Ein Freund ist jemand der kommt, wenn alle anderen gehen.
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#21

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 12.08.2018 10:57
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Mein langer Weg von Alfred Bruske, Lebensstationen von Schlesien, Flucht über Vertreibung zur Heimatfindung
Alfred Bruske wurde 1931 in Hermsdorf/Schlesien geboren. Wie alle Kinder in dieser Zeit hat er den Krieg hautnah miterlebt.
Während sie noch einige Jahre ums überleben bzw nicht verhungern kämpften, wurden sie irgendwann vertrieben. Sie mußten
raus aus der Heimat weil es dort für Deutsche keine Zukunft mehr gab. Schon früh lehrte sein Opa ihm das die Nazis nichts
gutes vorhaben. Er hat dies immer befolgt und hat den Christlichen Glauben seiner Großmutter angenommen und bis heute lebt
er diesen auch. Nach der Vertreibung in den Westen macht er die Schule fertig und beginnt eine Schreinerlehre.
Das war immer sein Traum und er beendet die Lehre, wenn auch in einem anderen Betrieb. Er schließt sich einer katholischen
Jugendgruppe an, besteht eine Begabtensonderprüfung und wurde zum Studium zugelassen. In einer Möbelfabrik verdiente er zwar
gutes Geld, aber er hatte den Traum zu studieren und war zuletzt Oberstudienrat für katholische Religion und Kunst.
Seine Frau lernte er in der katholischen Jugend kennen, sie arbeitete als Lehrerin und dort haben sie sich getroffen.
Herr Bruske war an verschiedenen Orten tätig. Die Eifel war aber immer einer seiner Lieblingsorte, und dort ist er letztendlich
auch gelandet. Nach vielen Jahren fuhr er nochmals in seinen Geburtsort, fand dort aber keine Heimat mehr. Diese fand er ganz
woanders. Aber das solltet ihr selber lesen. Das ist jetzt ziemlich kurz und knapp von mir umschrieben. Mehr dazu gibt es wie immer auf meiner Homepage. Ein sehr sehr schönes Buch!


Ein Freund ist jemand der kommt, wenn alle anderen gehen.

zuletzt bearbeitet 25.03.2019 16:51 | nach oben springen

#22

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 04.10.2018 10:47
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Alles für die Katz von Hubert vom Venn.
Kater Theo wird aus einer Mülltonne gefischt und ins Tierheim Monschau gebracht. Dort verlebt er eine nette Zeit bis zur Vermittlung.
Eduard nimmt den Kater mit nach Hause, dort erst bekommt er seinen Namen frei nach einem schönen Ruhrpottfilm. Er wohnt jetzt also bei
Eduard, Hildegard, dem dicken Helmut und dem Mädchen dessen Namen er ungerne ausspricht und das werde ich natürlich akzeptieren.
Das Mädchen ist Theos beste Freundin, leider muß sie jedoch in eine Reha Maßnahme und sie beschließt Theo mitzunehmen.
Gut versteckt sitzt Theo im Auto und wird... natürlich gefunden. Das Mädchen ist in der Klinik und Theo wird aus dem Auto geschmissen.
Hildegard ist so eine furchtbare Frau, findet Theo, ebenso wie der kleine dicke Helmut. Und Eduard ist es auch nicht wert zurückzukehren.
Aber das Mädchen! Dafür nimmt Theo eine Wanderung durch die Eifel in Kauf, fährt Zug, Fahrrad und Auto, natürlich nur als Beifahrer, und
erreicht nach einigem Hin und Her die Heimat. Katzen wissen einfach wo es langgeht. Er versteckt sich in einer Disco, bleibt ein wenig im
Kloster, ist in einer Kaserne und wohnt in einer WG. Das alles witzig verpackt in einem kleinen aber feinen Buch.


Ein Freund ist jemand der kommt, wenn alle anderen gehen.
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#23

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 20.10.2018 14:14
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Ausgeliebt, von Dora Heldt
Christine ist Verlagsvertreterin und bringt ihren Mann durch sein Studium. Sie sind fast 10 Jahre verheiratet.
Als Christine einen Mädelsabend bei ihrer Schwester und ihren Freundinnen verbringt, geht das Telefon und ihr Bernd
sagt ihr das er sich von ihr trennen will. Am Telefon mit wenigen Worten. Christine besteht zwar noch auf ein Gespräch,
aber es ist aus. Ihre beste Freundin ist zurückhaltend und das nicht ohne Grund. Sie ist der Trennungsgrund.
Am Boden zerstört aber fest entschlossen das beste daraus zu machen zieht Christine vom Land nach Hamburg.
Sie beginnt nach und nach ein neues Leben mit Hilfe der Freundinnen und ihrer Schwester. In ihrem Kopf hat sie
diese 2 Stimmen, Edith und Charlotte. Während Edith alles schlecht redet, sieht Charlotte nur das positive.
Über ihren Steuerberater bekommt sie von Bernd gute 16000 Euro, viel zu wenig meint dieser, aber Christine ist zufrieden.
Geld war ihr nie so wichtig. Er behält das Haus, sie nimmt sich was sie benötigt und gibt Geld aus wie sie es noch nie getan hat.
Vor Jahren hat sie über ihren Bruder eine nette Bekanntschaft gemacht und wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zweimal.
Richard ist in zweiter schwieriger Ehe verheiratet und möchte dies auch bleiben, da er eine weitere schmutzige Scheidung nicht mehr möchte.
Die beiden genießen aber einfach die Zeit die sie haben, auch wenn die Edithstimme dies verurteilt.
Letzten Endes wird Christine geschieden und fühlt...... nichts. Sie ist weder erleichtert noch traurig.
Sie feiert ihre Scheidung mit all ihren Freundinnen und Bekannten. Ein schönes Ende ohne große Dramatik.
Der Roman ist toll geschrieben, die Entwicklung der furchtbar traurigen Christine zu Anfang zur tollen Frau die sich nichts mehr
gefallen läßt ist fantastisch gelungen. Sie verbiegt sich dabei auch nicht, bleibt sich selber treu.


Ich freue mich wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch!
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#24

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 05.01.2019 13:27
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Ich würde euch so gern verstehen! Von Catherine Maurice
Catherine und Mark haben 2 gesunde Kinder, so meinen sie auf jeden Fall. Bis zu der Zeit als sich Anne-Marie immer mehr in sich zurückzieht.
sie nimmt immer weniger Blickkontakt mit ihren Eltern auf, die wenigen Worte die sie schon sprechen konnte, scheint sie verlernt zu haben.
In großer Sorge suchen die Eltern mehrere Ärzte auf. Viele winken ab, das kommt schon noch oder manche Kinder brauchen eben länger.
Aber Catherine spürt das etwas nicht in Ordnung ist. Schließlich bekommen sie bei einem Psychologen nach vielen Tests die Diagnose: Autismus.
Eine Welt bricht zusammen für die beiden. Aber sie lassen sich von dem Schlag nicht unterkriegen. Viele Versuche scheitern, viele Therapien
sind mehr nur Quälerei. Immer wieder hört die Mutter, das es ihre Schuld ist und das sie das Kind so hinnehmen soll wie es ist.
Auf keinen Fall denkt Catherine und beginnt mit Bridget, einer Psychologiestudentin eine Verhaltenstherapie.
Anfangs noch sehr skeptisch und mit viel Widerworten wenn Bridget das Kind behandelt, merkt sie doch, das Anne-Marie aus ihrem Schneckenhaus
ganz langsam herauskommt. Es ist Quälerei für die Eltern, wenn ihr Kind nur weint und sich windet, aber es hat Erfolg.
Nach den ersten Worten folgen kleine Sätze. Es dauert lange bis das Mädchen Mammi sagt. Und das ist der schönste Tag im Leben von Catherine.
Kurz nach der Diagnose stellt sie fest das sie wieder schwanger ist. Michel wird geboren. Anne-Marie ist "aufgetaut" wenn ich das mal so nennen
darf, da wird bei Michel die gleiche Diagnose festgestellt. Das ist nahezu unmöglich, aber der Albtraum beginnt von vorne.
Im Endeffekt werden 2 Kinder mit Hilfe der Verhaltenstherapie aus dem Autismus geholt.


Mit der richtigen Musik kannst du entweder alles vergessen, oder dich an alles erinnern.
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#25

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 19.01.2019 09:27
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Schwerelos von Ildiko von Kürthy
Rosemarie Goldhausen ist auf der Beerdigung ihrer gleichnamigen, absoluten Lieblingstante.
Sie arbeitet in einem Verlag, hat eine normale Beziehung zu ihrem Freund Frank, möchte aber gerne heiraten.
In einem ihrer letzten Gespräche mit Tante Rosemarie hat diese sie doch gebeten von ihrem Freund 3 Monate
Bedenkzeit zu bekommen und als Frank sie endlich fragt, macht sie dies auch. Er versteht die Welt nicht mehr,
weil Rosi immer eines wollte: Heiraten! Sie möchte aber ihrer Tante diesen letzten Gefallen tun.
Auf einem Klassentreffen findet sie ihren damaligen besten Freund Erdal wieder! Er ist schwul und möchte mit
seinem sehr männlichen Partner ein Kind haben. Er fragt Rosi, die entrüstet ablehnt, die aber an Leonie denken muß.
Im Verlag läuft es kreuz und quer, ihr einziger Klient, der den einzigen Bestseller des Verlages geschrieben hat,
verschwindet . Der Chef setzt ihr die Pistole auf die Brust, Leonie willigt ein das Kind für die beiden Männer
zu bekommen und zu guter letzt trennt sich Rosemarie doch noch von ihrem Frank. Ein One Night Stand von dem sie sich
mehr erhofft hat ist das I Tüpfelchen dafür. Am Ende des Buches bekommt sie einen großen Umschlag. Ihre Kündigung,
so nimmt Rosemarie an. Aber weit gefehlt. Ein langer Brief ihrer längst toten Tante wird ihr über ihren Notar überbracht.
Eine Überaschung zum Schluß!
Ein Roman, ein Frauenbuch, man kann es mal so lesen, ist aber für mich persönlich kein Highlight gewesen.


Mit der richtigen Musik kannst du entweder alles vergessen, oder dich an alles erinnern.
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#26

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 23.01.2019 09:44
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Wir Kinder vom Bahnhof ZooAls Christiane 6 Jahre alt ist, wollen ihre Eltern sich selbständig machen und ziehen vom Land nach Berlin West.
Leider funktioniert die Selbständigkeit nicht, sie müssen nach Gropiusstadt in eine kleine billige Wohnung umziehen.
Der Vater trinkt nur noch und wird aggressiv. Er verprügelt die Mutter und die Kinder auf übelste. Es dauert eine
Zeit bis die Mutter die Scheidung einreicht. Allein auf sich gestellt möchte sie ihren Kindern ein schönes Leben
ermöglichen und arbeitet sehr viel. Ihre jüngste Tochter zieht zum Vater und Christiane hat ihren Freiraum.
Sie geht in ein evangelisches Jugendheim und hat dort erste Erfahrungen mit Haschisch. Nicht viel später verbringt
sie Abende im Sound, einer angesagten Discothek. Da sie erst 13 ist, schminkt sie sich halt auf 16. In der Disco
sind viele Junkies, Heroin ist dort an der Tagesordnung, aber Christiane bleibt anfangs noch standhaft und nimmt lediglich
ein paar Tabletten. Sie lernt Detlef kennen, ihre erste große Liebe und träumt von einer schönen Zukunft.
Es dauert nicht lange ehe sie damit anfängt H zu sniefen und später möchte sie erfahren wie es ist sich H zu drücken.
Ihr Freund ist schon abhängig und bei ihr dauert es auch nicht lange. Ihre Mutter ahnt 2 Jahre lang nichts von ihrem
Doppelleben, sie läßt ihr mehr Freiheit als ihr gut tut.
Dazu sagte Christiane anfangs:" Ich fühlte mich wie in einer tollen neuen Familie. Ich sagte nicht viel, aber ich hatte
das Gefühl, über alles reden zu können. Das H machte uns zu Geschwistern. Wir waren alle gleich.... nach den miesen Wochen
vorher meinte ich nun, noch nie so glücklich gewesen zu sein." Das Gefühl hielt jedoch nicht lange.
Immer mehr Geld benötigt Christiane. Anfangs schafft Detlef für sie noch mit an, später erledigt sie das selbst.
Sie ist im Teufelskreis der Drogen gefangen. Nach vielen Entzügen und Rückfällen wird sie von ihrer Mutter nach
Westdeutschland geschickt um dort bei Verwandten clean zu werden. Das funktioniert auch soweit, jedoch eilt ihr die
Polizeiakte vorraus und sie kann auch dort nicht wirklich neu anfangen.


Mit der richtigen Musik kannst du entweder alles vergessen, oder dich an alles erinnern.

zuletzt bearbeitet 25.03.2019 16:51 | nach oben springen

#27

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 31.01.2019 09:17
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Christiane F. Mein zweites Leben
35 Jahre nach Wir Kinder vom Bahnhof Zoo erzählt Christiane Felscherinow was in der Zwischenzeit alles passiert ist.
Und das war nicht wenig. Sie lebte in Griechenland, war viel in den Staaten kurz nach Erscheinen des Filmes, ebenso lebte
sie eine Zeit in der Schweiz. Immer dabei, irgendwelche Drogen. Clean war sie selten. Sie hat viel mit Promis erlebt
und hiermit meine ich richtige Promis damals aus den 80ern. Christiane erzählt von ihren Ausflügen ins Ausland aber am liebsten
von ihrem Sohn Phillip. Das größte Geschenk in ihrem Leben. Sie redet nichts schön, sie weiß das sie viel falsch gemacht hat.
Aber wer hat das nicht... Leider nehmen ihr die Behörden das Kind weg, gerade zu einer Zeit wo sie echt hätte was erreichen können,
zumindest was ihre Langzeitsucht angeht. Eine Flucht nach Amsterdam macht das ganze auch nicht besser. Als der Sohn in eine Pflegefamilie
kommt, beginnt Christiane wieder mit Heroin. Natürlich machte sie sich Vorwürfe, denn gerade jetzt sollte sie clean bleiben.
Christiane erzählt aus der Zeit im Frauenknast, von Verfolgungen, von Spionage in ihrem Leben und von zahlreichen Journalisten
die ständig ihren Hausflur belagern. Gierig danach, zu sehen, ob sie wieder abstürzt. Leider interessiert dies die Menschheit mehr,
als der Mensch der hinter der Geschichte steht. Seit 2008 hielt sich Christiane von allen Journalisten fern. Sonja Vukovic bringt sie
dazu, dieses Buch zu schreiben. Zwischendrin stehen immer Daten und Fakten von Frau Vukovic zusammengetragen.
Das Buch springt in der Zeit schon ein wenig hin und her. Das ist aber ja bei Erinnerungen gar nicht so anders, oder?
Immer wieder geht es mal in die 80er und dann wieder in die 2000er oder 90er. Das mußte ich erstmal sortieren.
Das Buch an sich hat mir sehr gut gefallen. Ich mag Autobiografien, ich mag Menschen die ihr Leben erzählen. Und ich war froh,
das Christiane F noch lebt. Ganz ehrlich. Nach dem Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo das ich schon recht früh damals gelesen habe,
hätte ich das niemals gedacht. Es freut mich das es ihr relativ gut geht. Natürlich hat ihr Leben Spuren hinterlassen, Spuren die sie
nicht mehr los wird. Körperlich als auch seelisch. Sie hat gut daran getan den Journalisten aus dem Weg zu gehen.


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zuletzt bearbeitet 25.03.2019 16:51 | nach oben springen

#28

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 04.02.2019 10:44
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Die vergessene Generation von Sabine Bode
Sabine Bode interviewt über Jahre Kriegskinder, Kinder die zwischen 1930 und 1945 geboren wurden. Ebenfalls die Kinder der Kriegskinder.
Es ist in den meisten Familien das selbe Schema, wir haben es überlebt, es war halt so und schweigen.
Trauern oder bedauern gab es nicht. Viele haben ihre Angehörigen verloren, haben Zerstörung und Bombenhagel miterlebt und Hunger und Kälte
war an der Tagesordnung. Die Kälte des Krieges spiegelt sich sehr oft in der Gefühlskälte der späteren Eltern wieder.
Dabei wird unterschieden zwischen Familien die auseinanderfielen und solchen die verschweigen und unter den Teppich kehren.
Nur wenige Familien hatten den Mut über ihre Vergangenheit zu reden. Wirklich zu reden und auch mal zu weinen und zu verarbeiten.
Bei den meisten, so wird im Buch beschrieben, wird gar nichts erzählt oder es wird ins lustige gezogen. Eventuell erzählt man auch nur
die wenigen schönen Dinge die man erlebt hat, nicht aber die Schrecken der Kriegszeit, denn diese sollen schön unten bleiben.
Ein schönes Beispiel einer heilen Familie ist im Buch verzeichnet. Die Eltern, schon alt, bekommen täglich Besuch von ihren 3 Kindern.
Nicht nur mal eben vorbei gehen, sondern lange und ausgedehnt Kaffee trinken und reden.
Der Vater ist schwer krank, die Mutter nah am Wasser gebaut, also wird nur übers Wetter oder über das Essen geredet.
Bei den Unterhaltungen mit den Kindern zeigt sich aber ein anderes Bild. Die Kinder fühlen sich als Versager weil sie nie etwas geschafft haben.
Die Mutter aber redet von ihrer heilen Familie, für sie sind immer die anderen Schuld, nicht jedoch ihre Kinder.
Die Kriegskinder sollten lange schweigen, es gab wichtigeres. Man hat ja überlebt und viele sehen das heute noch so.
Ich kam zu diesem Buch weil es bei meiner leider verstorbenen Lieblingstante noch verpackt im Regal lag.


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zuletzt bearbeitet 25.03.2019 16:51 | nach oben springen

#29

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 08.02.2019 09:51
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Was bleibt wenn du gehst, Amy Silver
Sechs Freunde sind sie an der Uni und verleben viel Zeit miteinander. Zuletzt einen Sommer in einem Haus in Frankreich.
Ein schrecklicher Unfall reißt sie auseinander. Connor ist tod, Jen zieht fort und antwortet nie auf Briefe,
Andrew und Natalie heiraten, Lilah geht im Drogen und Partysumpf unter und Dan wird berühmt indem er ein Drehbuch schreibt.
Eine Einladung von Jen nach all den Jahren führt dazu, das sich alle wiedersehen.
Sie möchte das Haus das ihren Eltern gehörte verkaufen und möchte noch einmal mit ihren Freunden zusammensein. Jedoch hat
sie durch ihre Abwesenheit nicht mitbekommen was wirklich so alles passiert ist. Die Situation eskaliert, allerdings hält
ein Schneesturm die Gruppe ab, sofort wieder auseinander zu gehen. Nach einem großen Streit trennt sich die Truppe wieder.
Ein paar halten Kontakt zueinander, jeder anders, so das man immer weiß was los ist. Dan kauft letztendlich das Haus, er war
schon damals in Jen verliebt und möchte das Haus nutzen um in Ruhe zu arbeiten und ihr irgendwie nahe zu sein.
Alle zusammen kommen sie wieder, als Lilah schwer erkrankt und nicht mehr lange zu leben hat. Und dann steht auch der Versöhnung
nichts mehr im Wege. Einzig Zac, Lilahs Lebensgefährte ist neu in der Truppe und trotzdem gehört er schon so gut wie dazu.
Der Roman fängt mit dem Treffen in Frankreich an und geht immer wieder in den Jahren zurück. Zwischendrin sind Briefe und emails
von früher zu lesen und man erfährt erst nach und nach was wirklich geschah. Die Wahrheit, die Schuld, die Trauer und die Freundschaft
sind Teil dieses Buches, was zum Ende hin vielleicht ein wenig überzogen ist. Demnach sind alle Fremdgänger, alle haben sich
gegenseitig belogen oder nicht vertraut. Ob das die wahre Freundschaft ist, wage ich zu bezweifeln. Aber ein Roman ist ein Roman
und die Art des schreibens hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist schön, aber meiner Meinung nach zu dramatisch am Ende.
Trotz allem, eine tolle Unterhaltung mit kleinen Abstrichen. Von dieser Dame werde ich sicher noch mal einen Roman lesen.


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#30

RE: ausgelesen

in was lest ihr denn so? 10.02.2019 10:24
von ullemulle | 1.030 Beiträge | 938 Punkte

Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum weinen, Siba Shakib
Siba Shakib schreibt die Lebensgeschichte von Shirin-Gol auf.
Shirin-Gol wird in Afghanistan geboren. Sie hat das Glück als kleines Mädchen in die Schule gehen zu dürfen
und die nötigsten Grundlagen des Schreibens und rechnen zu erlernen. Das Glück ist aber nicht von langer Dauer.
Eines Tages kommt ein junger Mann und nimmt sie zur Frau, da sein Bruder Spielschulden bei ihm hat. Diese gleicht
er mit dem Leben seiner Schwester aus. Ihre Brüder und ihr Vater sind in den Bergen Afghanistans und kämpfen gegen
die Russen. Sie bekommt eine Tochter und darf laut ihrem Ehemann auch wieder in die Schule gehen. Sie hat einen
guten Ehemann der sie nicht prügelt, vergewaltigt oder demütigt. Morad weiß sie zu schätzen, ihre Klugheit und
ihre Stärke halten die Familie am leben, selbst als er in den Kampf ziehen muß. Die Familie flieht immer wieder
von Afghanistan nach Pakistan, in den Iran, in die Berge, wieder zurück und Shirin-Gol bringt weiter Kinder zur
Welt, Kinder die sie liebt und für die sie alles tut was in ihrer Kraft steht, selbst wenn sie nicht von ihrem Mann,
sondern von einem Vergewaltiger stammen. Ihr Mann verfällt immer wieder dem Opium und ist nach einem Unfall zu nichts
mehr zu gebrauchen. Aber sie versorgt auch ihn so gut sie kann. Ihr Leben besteht aus Unterdrückung, Hunger und Krieg.
Trotzdem kämpft Shirin-Gol für die Freiheit und ein Leben in Würde mit dem Recht für Frauen, lesen und schreiben zu lernen.
Das Buch hat mich mitgerissen von der ersten bis zur letzten Seite. Den Kampfgeist dieser Frau, die guten Entschlüsse
immer dann zu fliehen wenn Gefahr droht, die bedingungslose Liebe zu ihren Kindern und ihrem Mann und die Hoffnung
das dieses schöne Land irgendwann mal zur Ruhe kommt ist allgegenwärtig. Leider ist das bis heute noch nicht der Fall.
Eindrucksvoll und in schöner, teilweise märchenhafter Schrift bringt das Buch den Schrecken des Krieges rüber, läßt
einen aber nicht hoffnungslos zurück.


Mit der richtigen Musik kannst du entweder alles vergessen, oder dich an alles erinnern.

zuletzt bearbeitet 25.03.2019 16:50 | nach oben springen


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